Monat 2 – Der neue Kontinent: Afrika

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… genauer gesagt Marokko.

Die zweite Etappe unserer Reise beginnt mit der Fähre von Algeciras nach Tanger in Marokko. Von Tanger aus wollen wir die Atlantikküste bis in die Westsahara erkunden, um von dort aus dann ins Inland zu fahren.

Die Überfahrt mit der 2. Fähre um 10.00 Uhr war absolut problemlos. Die Zollabfertigung hingegen war etwas chaotisch da die Einreisepapiere für unseren „Schmü“ vom Polizisten auf der Fähre falsch ausgefüllt wurden. (Er hat sich beim Visum ausstellen bei der „Einreisenummer“ verschrieben, die auch nachträglich in die Fahrzeugpapiere eingetragen wurde). Willkommen in Marokko.. Nach dieser Aktion ahnen wir schon was uns die nächste Zeit noch erwarten wird.

Völlig geschlaucht von der Zollabfertigung erfreuen wir uns an der ersten Tankstelle über Diesel für 65Cent der Liter und versuchen am ersten Tag so viele KM wie möglich auf der Autobahn von Tanger wegzukommen. Letztendlich stellen wir uns kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf einen schönen Campingplatz bei „Moulay Bousselham“.

Der Campingplatz erwies sich mit Strom und warmen Duschen (das warme Wasser wurde  hier mit einem Badeofen erhitzt, der mit Holz befeuert wurde)  mehr als akzeptabel, denn im laufe unserer Reise werden wir noch feststellen das dies leider keine Selbstverständlichkeit ist.

Ziemlich zeitig geht es dann weiter, denn wir wollen noch ein paar KM mehr von Tanger weg. Im laufe des Tages merken wir schon das mit Daniel gesundheitlich irgendwas nicht stimmt. Ihm ist kalt obwohl es ziemlich warm ist… Und er schwitzt obwohl im kalt ist. Resultat: OHOH. Egal -> wir müsen weiter! Paracetamol einwerfen und hoffen das wir so noch ein paar KM schaffen. Kurz vor der Dunkelheit kommen wir auf einem absolut hässlichen Stellplatz zwischen Casablanca und Safi in Oualidia an.

Daniel ist am Ende seiner Kräfte und schafft es kaum noch aus eigener Kraft hoch in den Alhoven. Während Susi draußen mit den anderen noch etwas Silvester „feiert“ hoffen alle das es Daniel morgen besser geht, damit wir wenigstens ein paar KM schaffen um von diesem Platz hier wegzukommen.

Frohes neues!? Zum Glück geht es Daniel soweit besser das wir uns mit Melle und Bo vorausnavigierend zutrauen weiter zu fahren. Die Küstenstraße entlangfahrend sehen wir unter uns immer schöne Buchten und Strände. Kurzentschlossen biegen wir eine relativ steile Piste rechts Richtung Meer ab und hoffen auf einen ruhigen Nachtplatz. Nach einiger Zeit erweist sich die Piste als gar nicht so einfach und für uns SEHR eng.

Einwaschungen, überhängende Felsen und riskante Kurven bringen uns ziemlich zum Schwitzen. Wo Melle, Bo und Christiane mit ihren Bullis überall rum und „durch“ kommen, ist unser „Schmü“ doch teilweise ganz schön breit und dick!!! Wir hoffen nur das wir uns nicht festfahren, denn für eine Buddelaktion ist die gesundheitliche Lage mit Fieber und starken Halsschmerzen noch lange nicht wieder auskuriert. Recht früh finden wir auf der Piste ein geeignetes Plätzchen und schlagen unser Lager auf. Schöner Strand, riesige Wellen und ein paar uns beobachtende Kinder. Jetzt wird sich nochmal auskuriert und morgen Richtung Essaouira gefahren, wo wir hoffentlich alle zusammen Silvester nachfeiern können.

Einen neuen Nachtplatz finden wir ca. 20km vor Essaouira in einem Dorf namens Moulay Bouzerktoun.

Hier gibt es jede Menge geschlossene Windsurfläden und noch mehr nervige Kinder, die den ganzen Tag versuchen uns Müzen anzudrehen (Heads Heads, do you want good quality heads from Moulay? ). Ein „NEIN – NO – NADA“ wird absolut nicht akzeptiert… Aber was sollen wir bei 23°C mit einer Wollmüze??! Zum Glück haben wir unseren Wachhund IDE dabei. War das bewachen des Autos in Spanien auch teilweise sehr nervig, sind wir hier in Marokko absolut froh das er nicht jeden Menschen schwanzwedelnd begrüßt. IDE wurde zu einer begehrten Leihgabe für Melle und Bo, denn die armen waren ohne Hund den Kindern und anderen Verkäufern absolut hilflos ausgeliefert. Trotz der Crazy Kids (wie wir sie nannten) verbrachten wir in Moulay eine sehr schöne Zeit.

Wir lernen einen Marokkaner namens Larbi kennen, der uns abends auf einen Tee und zu einer riesen Tagine einlud. Er führt in Moulay ein kleines Guesthouse was wir als sehr gemütlich empfanden.. Reggae Klänge, gute Lage und ein gemütlicher Aufenthaltsraum. Die Nacht mit Frühstück kostet hier 100DH was umgerechnet nicht ganz 10 Euro entpsricht. Ein Paradies für Windsurfer und Surfer, denn zu Fuß sind es nur 2 Minuten bis zum Strand.

Weiter ging es dann nach Essaouira, wo wir uns einen Campingplatz in Stadtnähe suchen um in Ruhe den täglichen Souk (Markt) zu besuchen. Der Campingplatz war absolut voll und es war schwer noch einen Platz für unsere 3 Fahrzeuge zu finden.

Plastikbomber und Luxusmobile die uns nicht gerade mit netten Worten in Empfang nahmen (sicherlich hatte Christianes „Auspuffproblem->SCHEPPER“ dazu beigetragen :D ). Gerade den Motor abgestellt und irgendwie in die Parklücke reingedrückt, klingelte unser Handy: WO SEID IHR? wir kommen auch! (Mark, Karl und Valerie sind einige Tage später mit der Fähre nach Marokko übergesetzt und konnten es anscheinend nicht erwarten uns wieder zu sehen ) Wo wir mit unseren Fahrzeugen schon Probleme hatten einen Platz zu finden wurde das Chaos dann perfekt. Doch Marc scheint sich über solche Probleme wenig Gedanken zu machen und parkte seinen riesen Deutz mitten im Vorgaten des teuersten Luxusmobils auf dem Platz… Man kann sich denken das dies nicht gerade positiv zu unserem Erscheinungsbild in den Augen der Joghurtbecher Fraktion beitrug.

Von dem Markt in Essaouira waren wir eher enttäuscht. Hatte Susi sich doch auf ein paar schöne Klamottenstände und Schmuckverkäufer gefreut, wurden wir mit Fisch, abgehackten Ziegenköpfen, Gestank und überteuertem Gemüse konfrontiert. Schnell wieder weg! Viel zu viel Input wo wir doch tagelang nur in der Natur unterwegs waren.

Einen schönen Platz zum übernachten fanden wir in Tarhazoute.

Mit 25DH die Nacht nicht ganz umsonst, dafür aber einige Meter Abstand von der Plastikbomber Fraktion. Jeder Abend wurde mit einem Lagerfeuer + Gitarrenmusik ausgeklungen und gab uns die Möglichkeit den Kontrast von Essauira zu verarbeiten.

Selbst die Parkplatzwärter musizierten mit und wir fragten uns, wer in dieser Zeit auf die anderen Autos aufpasste… :)

Aus sicheren Quellen erfahren wir, dass es in Agadir einen der wenigen Marjane Supermärkte gibt. Da unsere Vorräte langsam dem Ende zugehen planen wir eine Shoppingtour. HILFE! Wo wir doch die letzten Tage noch über Gemüsepreise verhandelten stehen wir nun in einem RIESEN Einkaufszentrum voller Kaufwütiger Touris… Wir kaufen letztendlich nur das nötigste, ersparen uns sogar die überteuerte Alkohol Abteilung und sind froh als wir wieder in unserem Schmü sitzen um die Landstraße raus aus der Großstadt entlang zu fahren.

Weiter Richtung Süden verbrachten wir ein paar unspektakuläre Nächte auf diversen nicht erwähnenswerten Park-Campingplätzen.

Unser Ziel war eine Piste die uns zum Plage Blanche führen sollte.

Der erste Teil der Piste war relativ gut befahrbar. So erreichen wir nach einigen Stunden Fahrt einen Übernachtungsplatz mitten in den Dünen vor einer wunderschönen Lagune. Hier machten einige aus unserem Konvoi ihre ersten Sanderfahrungen und fuhren sich fest. Da der Platz sehr schön war beschlossen wir hier einige Tage zu bleiben. Morgens wurden wir hier von stinkenden Kamelen geweckt und abends vom Sandsturm in den Schlaf geschaukelt.

Unseren Informationen zufolge sollte an dieser Bucht der Plage Blanche aber erst anfangen. Also trauen wir uns auf die Piste an der Küste entlang um weitere schöne Buchten zu suchen. Nach einigen KM stellt sich jedoch heraus, dass die Piste eher als mega schlecht einzustufen ist. Mit 5 Autos in der Kolonne werden unsere Nerven stark strapaziert. Wo Bo und Daniel sich noch immer selber helfen können und durch schlecht passierbare Stellen ohne weitere Probleme durchkommen, muß den anderen Autos jedoch häufig mit buddeln, schieben oder rausziehen geholfen werden. Nach einer weiteren Schiebe/Buddelpause, total gestresst kurz vor Einbruch der Dunkelheit, rammen wir uns auch noch Christianes Bullitüre in die Kabine. Herzlichen Glückwunsch! Das Blech der Bullitüre ist schnell wieder geradegebogen. Die Löcher in unserer Kabine flicken wir provisorisch mit Gaffatape und hoffen das sie auf dem weiteren Verlauf der Reise kein Wasser ziehen. 10 Stunden Fahrt für 50KM (nein hier fehlt keine Null). Wir suchen uns einen provisorischen Nachtplatz mitten in den Dünen der Sahara und hoffen das der 2te Teil der Piste zurück auf die Asphaltstraße N1 besser zu befahren wird.

Am nächsten Tag machen wir bei einem wilden Sandsturm noch einen Spaziergang durch die Dünen und fahren relativ zeitig los um die N1 zu erreichen. Unser Tank läuft Richtung Reserve und bis Tan Tan, wo es die nächste Tankstelle geben soll, sind es noch ca 80km (davon 50 Piste).

Der Zweite Teil der Piste ist noch schwerer zu fahren und erforderte einige Übung mit dem Auto. Da das Warten auf die anderen zuviel Diesel kostet, haben wir uns kurzerhand entschlossen die Piste Richtung N1 schon mal vorzufahren. Wir durchqueren einige tiefe Weichsandfelder ohne weitere Probleme und schaffen es bis ca. 4 KM vor die Asphaltstraße, wo wir von einem tief ausgewaschenem Flußbett aufgehalten werden. Da unsere Tankanzeige immer weiter sinkt bleibt uns keine andere Option als zu versuchen durch dieses Flußbett durchzukommen. OK- hat nicht gepasst! Unsere Kabine liegt hinten auf und beide Hinterräder hängen in der Luft. Kurze Begutachtung… OK, Schmü hochbocken, Kabine freischaufeln, Sandbleche unterfüttern und versuchen LANGSAM das Auto aus dem Loch zu buxxieren. Gerade die Erste Seite freigeschaufelt hören wir hinter uns ein leises uns bekanntes „Brummen“ .. und keine 5 Minuten später stehen Bo, Melle und Christiane mit ihren Bullis hinter uns. Die 3 hatten auch keine Lust mehr dauernd auf die anderen Autos zu warten und sind schon mal unseren Spuren gefolg. Mit Bo zusammen haben wir unseren Schmü im Handumdrehen wieder frei. Noch kurz eine Straße für die Bullis durch das Flußbett gebaut und die Piste im erprobten Gespann weiter Richtung N1 gefahren.

Es sind auf den 4 KM noch einige Hindernisse zu überqueren die uns einiges an Nerven und Schweiß kosten. Letztendlich schaffen wir es aber ohne noch größere Probleme bis zur N1 wo wir erstmal unsere bis auf 1,5Bar Druck abgelassenen Reifen  füllen.

Die 30km bis Tan Tan sind schnell gefahren und der Tank ist endlich wieder voll. Wir sind absolut am Ende und wollen nur noch einen Campingplatz mit fließend Wasser um den Staub der letzten Tage abzuspülen und halbwegs festen Boden unter den Reifen um die Spuren der Piste an unseren Autos zu reparieren. Fündig werden wir in Tan Tan Plage beim Camping Atlantik wo wir erstmal ein paar Tage verbringen.

Erfreulicherweise ist das Wasser sogar warm und es gibt Wi-Fi.

Von Tan Tan aus machen wir noch einen Abstecher nach Tarfaya um steuerfreien, günstigen Diesel zu bunkern (46Cent der Liter) und das Denkmal von Antoine de Saint-Exupéry, dem Schriftsteller von „der kleine Prinz“, zu besichtigen.

Antoine de Saint-Exupéry hat einige Zeit in Tarfaya gewohnt um sich hier die Inspiration zu seinem Meisterstück zu holen.

Tarfaya soll der südlichste Punkt unserer Reise sein. Von hier aus planen wir die Küste zurück bis nach Agadir zu fahren um unsere Vorräte erneut aufzufrischen. Von Agadir aus soll es dann ins Inland Marokkos gehen.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz werden wir 30KM vor Tan Tan Plage fündig.

Hier gibt es eine wunderschöne Lagune mit Flamingos und einer Quelle aus der warmes Süßwasser sprudelt. Wir werden hier noch einige Tage verbringen um dann von Agadir ins Inland aufzubrechen.

Alle Bilder zu dieser Etappe der Reise findet ihr unter:

https://picasaweb.google.com/dfrings/Marokko

… TO BE CONTINUED …..

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